Medizin gegen Zeitnot

Was hilft gegen Zeitnot ?

Im Grazer Museum für Volkskunde gab es mal eine Ausstellung zum Thema Zeit.

In verschiedenen Schubladen wurden „Rezepte“ versteckt, die verschiedene Ansätze enthielten, wie man mit Zeitnot umgehen könnte.

Die Ausstellung war so gestaltet, dass jeder Besucher sich seine Rezeptsammlung selbst zusammenstellen konnte.

Welche Rezepte* hättest du mitgenommen ?

1. Sitzen bleiben


Bummeln Sie gerne zur Entspannung ein wenig durch die Stadt ?
Gehen Sie doch das nächste Mal in einen Park und setzen Sie sich dort auf eine Bank oder auf eine Wiese – so lange, bis Ihnen langweilig wird.

Mit jeder Minute, die Sie dann noch länger sitzenbleiben, erhöhen Sie den Entspannungseffekt. Sollte Unruhe in Ihnen aufkeimen, wenn Sie sich beim langen Nichtstun ertappen – keine Sorge, das vergeht wieder.

2. Mantik

Üben Sie sich in der Kunst, in die Zukunft zu schauen.
Was passiert wirklich, wenn Sie den Bus verpassen, wenn Sie einen Parkplatz nicht bekommen, Ihr Kind oder Ihr Partner sich nicht beeilt ?
Oft haben wir es eilig, ohne es wirklich eilig zu haben.

Sparen Sie Ihre Schnelligkeit für die wenigien Gelegenheiten, wo es wirklich darauf ankommt, schnell zu sein.

3. Diät

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt plädierte einst für einen fernsehfreien Abend pro Woche. Gute Idee !
Das kann jeder leicht für sich selbst beschliessen.

Fangen Sie einfach nächsten Donnerstag damit an.

4. Nervenmittel

Schenken Sie in einer Warteschlange der hinter stehenden Person Ihren Platz. Einfach so. Schon haben Sie Souveränität über Ihre Zeit gewonnen.

Das stärkt die Nerven.

5. Multitasking

Vorsicht ! Auch die talentierteste Hausfrau, Mutter, Ehefrau, Köchin und Geschäftsfrau in einer Person hat nur einen Arbeitsspeicher im Gehirn, der gleichzeitig Aufgaben nach Prioritäten erledigt.
Alles, was nicht zur Hauptaufgabe gehört, wird zur Nebensächlichkeit – also ungenau erledigt und leicht vergessen.
Immer schön der Reihe nach, alles zu seiner Zeit erledigen.

Das schon die Nerven und zeitigt bessere Ergebnisse.

6. Im Notfall

Seien Sie ehrlich: Was sind die drei wichtigsten Dinge in Ihrem Leben ? Ordnen Sie diese einer Reihenfolge zu, zum Beispiel 1. Lebenspartner, 2. Kinder, 3. Beruf. Egal, was da ist – alles andere ist nicht so wichtig.
Erinnern Sie sich an diese Liste in Situationen, in denen verschiedenste Anforderungen zugleich auf Sie einstürmen, und schon wissen Sie, wem Sie sich in erster Linie widmen sollten oder wer Ihnen eine Vernachlässigung am ehesten verzeiht, da Sie ohnehin soviel Zeit für das Wichtigste in Ihrem Leben verwenden.

*Die Rezepte habe ich aus dem Buch „Hätte ich doch…“ von Doris Tropper übernommen. Sie sind alle rezeptfrei und trotzdem hochwirksam.

Hätte ich doch . . .: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt